Erfahrungsaustausch am 14. November 2019

Die Arbeitswelt wird flexibler

Die Arbeitswelt wird flexibler – ebenso wie der Arbeitsort vieler Beschäftigter. Homeoffice oder mobiles Arbeiten sind mittlerweile in vielen Betrieben zu finden, so auch in einigen Unternehmen des Innovationsprojekts „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“ der AOK Niedersachsen. Beim Erfahrungsaustausch der Projektunternehmen in der Universitätsmedizin Göttingen diskutierten die Teilnehmenden über Chancen und Risiken von Homeoffice oder mobiler Arbeit. Ebenso setzten sie sich mit möglichen Ansätzen auseinander, wie ortsflexible Arbeit gesund gestaltet werden kann.
 

Sicher ist, dass das Thema bereits jetzt an Relevanz gewinnt und sowohl Unternehmen, als auch Beschäftigte und Führungskräfte vor Veränderungen stellt. Diese haben auf der einen Seite Einfluss auf Arbeitsprozesse und -organisation, auf der anderen Seite wirken sie sich auf das Wohlbefinden und die Gesundheit aus. Die Diskussion gesundheitlicher Auswirkungen bildete beim Erfahrungsaustausch einen Schwerpunkt.
 

Chancen und Risiken

Chancen und Risiken von Homeoffice oder mobilem Arbeiten wurden bereits in zahlreichen Studien untersucht. So führt die Möglichkeit, zu Hause zu arbeiten, bei vielen Beschäftigten zu einer höheren Zufriedenheit und wird positiv hinsichtlich der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bewertet. Zudem haben Beschäftigte, die zu Hause arbeiten, durchschnittlich weniger Arbeitsunfähigkeitstage und sind produktiver. Jedoch gibt es auch Einschätzungen, dass Homeoffice der Karriere von Beschäftigen schadet, zur Vereinsamung führt oder dazu beiträgt, dass Beschäftigte schlechter von der Arbeit abschalten können. Gesundheitliche Beschwerden wie Erschöpfung, Wut und Verärgerung oder Nervosität und Reizbarkeit wurden bereits mit der Arbeit zu Hause in Verbindung gebracht.
 

Rahmenbedingungen gesund gestalten & gesundes Verhalten fördern

Diese Erkenntnisse untermauern die Relevanz, Rahmenbedingungen für die neue Flexibilität gesund zu gestalten und sowohl Führungskräfte als auch Beschäftige zum gesunden Führen und Arbeiten auf Distanz zu sensibilisieren. Betriebliches Gesundheitsmanagement kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Zu diesem Schluss kamen auch die Teilnehmenden des Erfahrungsaustausches. So waren sich die Unternehmensvertreter einig, dass eine klare und kommunizierte Erwartungshaltung des Unternehmens sowie der jeweiligen Führungskräfte zur Erreichbarkeit gesunde Arbeit auf Distanz fördert. Darüber hinaus gilt es, Beschäftigte und Führungskräfte hinsichtlich Kommunikation auf Distanz oder der Grenzziehung zwischen Beruf und Privatleben zu unterstützen.
 

Digitale Innovationen an der Universitätsmedizin Göttingen

Die Teilnehmenden des Erfahrungsaustausches erfuhren zudem, wie flexible Arbeit bei der Universitätsmedizin Göttingen umgesetzt wird und welche digitalen Innovationen an der Klinik derzeit erprobt werden. Darüber hinaus erhielten sie einen Einblick in das Zentrallabor der Universitätsmedizin. Dort wurden im Rahmen des AOK Projekts Analysen zur Belastungssituation der Beschäftigten durchgeführt. Gezielte Maßnahmen des Betrieblichen Gesundheitsmanagements werden aktuell umgesetzt.

Die AOK Niedersachsen bedankt sich bei der Universitätsmedizin Göttingen für die Unterstützung und Ausrichtung des vierten Erfahrungsaustausches im Innovationsprojekt „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“.