Digitaler Erfahrungsaustausch am 9. Juli 2020

Zukunftsfähiges BGM – von altbewährt bis zukünftig relevant
Die Arbeitswelt 4.0 wird flexibler, digitaler und vernetzter. Um die Gesundheit von Beschäftigten auch unter diesen Veränderungen zu erhalten und zu fördern, gilt es, Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) zukunftsfähig zu gestalten. Durch die praktische Arbeit mit den 21 Projektunternehmen, konnte die AOK Niedersachsen Aspekte für ein BGM definieren, das der aktuellen Arbeitswelt gerecht wird. In einem digitalen Erfahrungsaustausch am 9. Juli 2020 stellte die AOK Niedersachsen Erkenntnisse vor und diskutierte diese mit den BGM-Verantwortlichen aus den Projektunternehmen.

Die ALTE OLDENBURGER Krankenversicherung AG (ALTE OLDENBURGER) ist eines der beteiligten Projektunternehmen, das seine BGM-Strukturen gemeinsam mit der AOK Niedersachsen für die Zukunft rüstet und im Rahmen des digitalen Austausches einen Einblick in das eigene BGM gab.

Bewährte Qualitätsstandards im BGM auch zukünftig relevant
Bisherige Qualitätsstandards im BGM haben sich bewährt und bleiben auch in der zunehmend vernetzten Arbeitswelt relevant: Sowohl ein zentrales Steuerungsgremium sowie ein systematisches Vorgehen als auch die Verknüpfung verhältnis- und verhaltensbezogener Maßnahmen bilden nach wie vor die Grundlage. „Die AOK Niedersachsen hat über 20 Jahre Erfahrung im BGM und hält auch künftig bewährte Qualitätskriterien ein“, erläutert Sabrina Fenn, BGM-Beraterin bei der AOK Niedersachsen. „Im Projekt geht es nicht darum, BGM neu zu erfinden, sondern zu prüfen, welche Aspekte zukünftig relevant sind“, ergänzt Fenn.

BGM wird agiler und digitaler
Methoden und Werkzeuge des BGM müssen sich dem stetigen Wandel der Arbeitswelt 4.0 anpassen. Umfassende Fragebogenerhebungen werden beispielsweise von fokussierten Kurzbefragungen abgelöst, um schneller auf Veränderungen reagieren zu können und zu Ergebnissen zu gelangen. So hat auch die ALTE OLDENBURGER kürzlich eine Befragung zum pandemiebedingten mobilen Arbeiten durchgeführt.

„Mit Hilfe der Onlinebefragung haben wir schnell ein Stimmungsbild der Beschäftigten einholen können. Die Ergebnisse zeigen eine breite Akzeptanz der getroffenen Maßnahmen und liefern auch wertvolle Ansatzpunkte für die Zukunft“, so Dr. Dietrich Vieregge, Vorstandsmitglied der ALTE OLDENBURGER.

Bekannte Themen gewinnen neue Dynamik
Stressbewältigung und Führung sind Themen, die im BGM schon lange betrachtet werden. Jedoch erhalten diese bekannten Handlungsfelder eine neue Dynamik. So gewinnen beispielsweise Führung auf Distanz oder der Umgang mit digitalem Stress im BGM an Bedeutung. Auch die zunehmende digitale Kommunikation, die Beteiligung von Beschäftigten in Veränderungsprozessen, die Schaffung arbeitsplatznaher Qualifizierungsmöglichkeiten oder die gesunde Gestaltung von Home-Office treten im BGM in den Vordergrund. Im zukunftsfähigen BGM ist es daher wichtig, sowohl bekannte Handlungsfelder zu betrachten, als auch auf neue Herausforderungen zu reagieren.

BGM-Verantwortliche als Erfolgsfaktor
Ein zentraler Erfolgsfaktor für ein zukunftsfähiges BGM ist ein Verantwortlicher im Unternehmen, der sich mit den gesundheitlichen Chancen und Risiken der digitalen Arbeitswelt auseinandersetzt. Oftmals werden diese als BGM-Manager oder -Koordinatoren bezeichnet. Im Zuge der Digitalisierung werden betriebliche Herausforderungen und somit auch Themen im BGM vielfältiger. Im Projekt der AOK Niedersachsen ist deutlich geworden, dass Unternehmen branchenunabhängig vor vergleichbaren Problemlagen stehen.

Im zweimal jährlich stattfindenden Erfahrungsaustausch haben die BGM-Verantwortlichen der beteiligten Unternehmen die Möglichkeit, sich zu diesen Themen auszutauschen. „Die Treffen zeigen, dass das Rad nicht immer neu erfunden werden muss und wir voneinander lernen können“, erklärt Anja Bergmann, die das BGM bei der ALTE OLDENBURGER verantwortet. „Darüber hinaus ist es jedoch relevant, die Themen und Maßnahmen individuell an die eigene Unternehmenskultur anzupassen“, ergänzt Bergmann.