Jahressymposium Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0 am 16. August 2018

Präsentation erster Ergebnisse

Ein Jahr nach dem offiziellen Startschuss für das Innovationsprojekt „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“ durch Dr. Jürgen Peter, Vorstandsvorsitzender der AOK Niedersachsen, wurden am 16. August 2018 erste Ergebnisse präsentiert. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Forschung nahmen am Jahressymposium teil. Eine Pressekonferenz wurde begleitend zur Veranstaltung durchgeführt.

 

Arbeitswelt 4.0 in der Praxis verstehen

Dr. Peter erläuterte, dass in den ersten zwölf Monaten des Projekts die Identifizierung der Arbeit 4.0 in den Projektunternehmen im Fokus stand. „Nur wenn wir verstehen, welche Veränderungen die Digitalisierung bei den Menschen hervorruft, können wir Einfluss auf ihre Gesundheit nehmen“, so Dr. Peter. Um dieses Verständnis zu schaffen, nahmen die Projektunternehmen interne Veränderungs- und Digitalisierungsprozesse unter die Lupe.

 

Veränderung ist die Konstante

Die ersten Erkenntnisse sind eindeutig. Unabhängig von Branche und Größe setzen sich die Projektunternehmen mit Chancen der Digitalisierung auseinander. Damit verbundene Veränderungen haben Einzug in den Alltag der Beschäftigten erhalten oder sind in konkreter Planung. Künftig werden Veränderungen als Konstante im Berufsalltag angesehen. „Die Digitalisierung muss auch zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Beschäftigten genutzt werden“, sagte Niedersachsens Sozial- und Gesundheitsministerin Dr. Carola Reimann. Es sei erfreulich, dass sich so viele verschiedene Unternehmen am Innovationsprojekt „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“ beteiligen.

 

Veränderungen gestalten – mit den Beschäftigten

Einigkeit bestand bei allen Referenten zum Thema Beschäftigtenorientierung und Partizipation: Im Mittelpunkt digitaler Veränderungsprozesse müssen die Beschäftigten stehen. „Die Motivation und Ideen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind Schlüsselfaktoren für die erfolgreiche digitale Transformation im Betrieb. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement dient dazu, sie bei der Gestaltung der Arbeitsbedingungen entscheidend zu beteiligen“, sagte Staatssekretär Stefan Muhle vom Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung.

 

Ein neuer Typ Führung gesucht

Die Veränderungen stellen vor allem Führungskräfte vor neue Herausforderungen. „Rollen verändern sich – ein neuer Typ Führung ist gefragt“, so Dr. Peter. Leitung des Innovationsprojekts „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“, Anouschka Gronau betont: „Führungskräfte haben die Aufgabe, Veränderungsprozesse beteiligungsorientiert und aktiv zu gestalten. Dabei ist zentral, Veränderungsbereitschaft bei den Beschäftigten zu schaffen und Qualifikationsbedarfe zu erkennen.“ Es sei wichtig, die Anforderungen der Führungskräfte zu definieren, um ihnen Handlungssicherheit und Rollenklarheit zu geben.

 

Arbeitswelt 4.0 funktioniert vernetzt

Deutlich wurde, dass der digitale Wandel Unsicherheiten hervorruft, die am besten gemeinsam beseitigt werden. Der innerbetriebliche Dialog sowie der Austausch über den betrieblichen Tellerrand hinaus spielt eine wichtige Rolle. „Die enge Zusammenarbeit zwischen Funktionsbereichen innerhalb eines Unternehmens ermöglicht, Veränderungsprozesse ganzheitlich zu steuern und zu gestalten. Schnittstellenproblematiken, Wissensverlust und Intransparenz wird entgegengewirkt“, so Gronau. Darüber hinaus sei der überbetriebliche Austausch relevant. Die Betriebe stehen branchenübergreifend vor ähnlichen Herausforderungen in der Arbeitswelt 4.0. „Um die Möglichkeit zu erlangen, gemeinsame Herausforderungen zu erkennen und an ihnen zu arbeiten, müssen Betriebe bereit sein, sich zu öffnen und über Strukturen, Prozesse sowie positive als auch negative Erfahrungen zu sprechen“, führt Gronau aus.

 

Praxiseinblick

Einen Einblick in das unternehmenseigene Betriebliche Gesundheitsmanagement und die Zusammenarbeit mit der AOK Niedersachsen im Rahmen des Innovationsprojekts „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“ gab Dr. Dietrich Vieregge, Vorstandsmitglied der ALTE OLDENBURGER Krankenversicherung AG. Als Herausforderungen stellte er die zunehmend digitalisierte Vorgangsbearbeitung vor, die es ermögliche, einfache Vorgänge direkt über eine Software zu erledigen. Die Beschäftigten stünden dadurch vermehrt komplexen Sachverhalten gegenüber, die die Software nicht bearbeiten könne.
Prof. Dr. Sabine Remdisch, Professorin für Personal- und Organisationspsychologie an der Leuphana Universität Lüneburg, gab über eine Video-Live-Schaltung einen Einblick in internationale Entwicklungen zur digitalen Unternehmenskultur. Sie hob hervor, dass die Digitalisierung ihre Grenzen habe und die Gesundheit der Beschäftigten stets im Mittelpunkt stehen müsse.

 

Spannender Ausblick

Im kommenden Jahr steht die Analyse von Chancen und Risiken der Digitalisierung für die Gesundheit am Arbeitsplatz im Fokus des Innovationsprojekts „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0“.

 


Informationen zum Download

 

Pressekonferenz zum Jahressymposium 2018
 
Jahressymposium 2018