Fachforum Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0 am 17. Mai 2018

Am 17. Mai fand das Fachforum Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0 im Designhotel und CongressCentrum Wienecke XI. in Hannover statt. Referenten aus Wirtschaft, Politik und Forschung berichteten über Ihre Erkenntnisse zur Arbeitswelt 4.0. Gestaltet wurde das Fachforum durch spannende Vorträge und interaktive Impuls-Runden, in denen der fachliche Austausch zu den Herausforderungen und dem Gestaltungsbedarf der neuen Arbeitswelt im Fokus stand. Teilnehmer waren Experten und Akteure, die sich mit den aktuellen Veränderungen der Arbeitswelt und dem Einfluss dieser auf die Gesundheit auseinandersetzen.

 

Der Mensch muss Ausgangspunkt bleiben

Nach der Begrüßung der Teilnehmer durch Anouschka Gronau, Leitung des Innovationsprojekts „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0", erörterte Dr. Max Neufeind, Referent für Grundsatzfragen der Arbeitspolitik im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die zu berücksichtigen Faktoren bei der Gestaltung der neuen Arbeitswelt. Er stellte heraus, dass unter dem Stichwort „Arbeitswelt 4.0“ nicht nur technische Aspekte zu verstehen sind. Vielmehr müssen auch gesellschaftliche Veränderungen betrachtet werden, wie etwa der Wandel von Werten und Ansprüchen der Beschäftigten. „Die Herausforderung ist, dass Werte und Ansprüche vielfältiger werden. Diese Vielfalt müssen wir bei der Gestaltung der künftigen Arbeitswelt berücksichtigen“, so Dr. Neufeind. „In der digitalen Transformation muss der Mensch mit seinen Bedürfnissen Ausgangspunkt der Gestaltung von Arbeit bleiben.“

 

Austausch nimmt Unsicherheiten

Anouschka Gronau, Leitung des Innovationsprojekts „Gesundheit in der Arbeitswelt 4.0" der AOK Niedersachsen betonte, dass auch das Betriebliche Gesundheitsmanagement den Menschen in den Fokus der Veränderungen nehmen müsse. Das Betriebliche Gesundheitsmanagement müsse noch zielgruppenspezifischer und agiler werden und sich den Gegebenheiten der neuen Arbeitswelt anpassen. Eine wichtige Erkenntnis des Projekts in Bezug zur Arbeitswelt 4.0 sei bislang, dass der Austausch zwischen Unternehmen zur gesunden Gestaltung der Arbeitswelt 4.0 und damit verbundenen Herausforderungen entscheidend ist. Dies nehme Unsicherheiten und fördere das voneinander Lernen mit direktem Bezug zur Praxis.

 

Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten erhöhen

Dr. Martin Kuhlmann, Arbeitssoziologe am Soziologischen Forschungsinstitut Göttingen (SOFI) e.V. erörterte, dass Unternehmen in nahezu allen Branchen aktuell vor vielfältigen Herausforderungen stünden. „Obwohl der arbeitspolitische Gestaltungsbedarf wächst, sind die Akteure hierauf oft nicht gut vorbereitet. Arbeitspolitisch muss insbesondere bei den Themen Qualifizierung, Umgang mit Flexibilisierung und steigender Transparenz sowie beim Thema Technikgestaltung reagiert werden. Im Kern geht es darum, die Mitsprache- und Mitgestaltungsmöglichkeiten der Beschäftigten zu erhöhen.″ Es sei wichtig, jetzt die gesundheitsbezogenen Herausforderungen der Digitalisierung zu untersuchen und Gestaltungsperspektiven zu entwickeln und zu erproben. „Die AOK Niedersachsen geht mit ihrem Projekt den richtigen Weg. Wir brauchen mehr Gestaltungsphantasie und Weiterentwicklungen, auch im Bereich der Gesundheitsförderung.″

 

Praxiseinblicke

Willi Poll, Personalleiter beim Fahrzeugwerk Bernhard KRONE GmbH & Co. KG., stellte das Betriebliche Gesundheitsmanagement sowie aktuelle Herausforderungen des Unternehmens vor. Im Fokus steht dabei die Veränderung der Organisationsstruktur, die ein schnelleres Agieren im Unternehmen ermögliche. Darüber hinaus diskutierte er mit den Teilnehmern zur Personalpolitik im digitalen Wandel und wie der Personalbereich sich selbst in der neuen Arbeitswelt aufstellen müsse. Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen Beitrag von Dr. Sabrina Rudolph, Sachgebietsleiterin Betriebliches Gesundheitsmanagement an der Universitätsmedizin Göttingen. Sie erörterte die Vor- und Nachteile personalisierter vs. onlinebezogener Bewegungsangebote zur Gesundheitsförderung.

 

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