Als Führungskraft Rahmenbedingungen für Home-Office gesund gestalten

Es ist hinlänglich bekannt, dass das Arbeiten in den eigenen vier Wänden sowohl Chancen als auch Risiken für die Gesundheit birgt. Die gesundheitsförderliche Gestaltung von Home-Office liegt dabei in der Verantwortung aller Beteiligten: Unternehmen, Führungskräften und Beschäftigten. Neben der Bereitstellung technischer Möglichkeiten für dezentrale Arbeit, haben Arbeitgeber die Aufgabe, Sicherheit zu geben. Übergeordnete Regelungen geben Orientierung für die Arbeit im Home-Office. Aufgabe der Führungskräfte ist es, diese zu kommunizieren und auch in virtueller Zusammenarbeit teaminterne Routinen und Prozesse zu schaffen.

Aus der betrieblichen Praxis berichten Führungskräfte, dass Unsicherheiten in der Führung auf Distanz und in der Führung über digitale Kommunikationsmedien bestehen. Als herausfordernd wird dabei beschrieben, wenn es seitens der Unternehmen nur wenige oder keine Standards zur konkreten Umsetzung gebe. Als Führungskraft ist es daher umso wichtiger, Voraussetzungen und Prozesse zu schaffen und diese gemeinsam mit dem Team in die Praxis umzusetzen.

Entscheidende Voraussetzungen sind beispielsweise bedarfsorientierte Schulungen zum Umgang mit neuen Arbeitsmitteln, Kommunikations- und Informationsmedien. Führungskräfte haben hierbei eine wichtige Rolle. Ergebnisse des Projekts der AOK Niedersachsen zeigen, dass Führungskräfte es branchenübergreifend als wichtige Aufgabe verstehen, Qualifikationsbedarfe der Beschäftigten im Umgang mit neuen Medien und Systemen zu erkennen und zu decken. Bei entsprechendem Bedarf empfiehlt es sich, entweder auf unternehmensinterne Angebote zurückzugreifen oder kollegiale Unterstützungsmöglichkeiten zu schaffen. Darüber hinaus sind Rahmenbedingungen zur Durchführung von Besprechungen und Kommunikationsroutinen zu gestalten. Hierbei sollte erörtert werden, wie und mit welchem System Termine aus dem Home-Office umgesetzt werden. Des Weiteren sind Rahmenbedingungen zu Arbeits- und Pausenzeiten relevant. Insbesondere Regelungen zur Erreichbarkeit, Nicht-Erreichbarkeitszeiten und der offene Austausch zu Erwartungshaltungen sind ausschlaggebend für gesunde Arbeit auf Distanz.

Beteiligung unterstützt grundsätzlich die Akzeptanz von Entscheidungen und Prozessen und stärkt Motivation und Zufriedenheit. Entsprechend ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit auf Distanz empfehlenswert, gemeinsam mit den Beschäftigten folgende Fragestellungen zu erörtern:

•    Welche Systeme stehen zum Informationsaustausch und zur Kommunikation zur Verfügung?
•    Welche Systeme und Medien werden im Team zu welchem Zweck genutzt?
•    Welche grundsätzlichen Rahmenbedingungen gibt es zur Erreichbarkeit und Nicht-Erreichbarkeit im Unternehmen und wie können diese Regelungen im Team umgesetzt werden?

  • Welche festen Termine gibt es im Team oder mit einzelnen Beschäftigten und wie werden diese digital umgesetzt?
  • Wie wird im Team Transparenz über Arbeitszeiten, Pausen und Termine hergestellt?
  • Wie werden im Team Arbeitsergebnisse und (erreichte) Ziele transparent?
  • Welche teaminternen Unterstützungsmöglichkeiten gibt es für technische Fragestellungen?

Sind diese Fragen in einem offenen Kommunikationsprozess geklärt, ist es Aufgabe der Führungskräfte, diese Vereinbarungen nachzuhalten und einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess offen gegenüberzustehen. So können Rahmenbedingungen und Vereinbarungen gemeinsam getragen, bei Bedarf weiterentwickelt und erfolgreich gelebt werden. Transparente und beteiligungsbasierte Rahmenbedingungen zur Zusammenarbeit auf Distanz stärken Handlungssicherheit, Wohlbefinden und Arbeitszufriedenheit.

Das könnte Sie interessieren:


Sie möchten zu aktuellen Erkenntnissen aus dem Projekt auf dem Laufenden gehalten werden? Schreiben Sie eine Mail an projekt-viernull@nds.aok.de